Inhaltsverzeichnis:
- Martin Emmerling und das Boazn-Quartett
- Schwabing, Lehel und verschwundene Kultstätten
- Ursachen und wirtschaftliche Faktoren
- Bei Dagmars Herbi und Bumsvoll-Bar
Martin Emmerling und das Boazn-Quartett
Martin Emmerling ist 45 Jahre alt und arbeitet als freiberuflicher Künstler, Kabarettist und Autor. Vor fast 15 Jahren entwickelte er das Boazn-Quartett. Das Spiel orientiert sich am klassischen Quartettprinzip. Statt Fahrzeuge oder Technik zeigen die Karten Münchner Kneipenwirte.
Die aktuelle Ausgabe umfasst 32 Karten und vergleicht die Lokale in 9 festen Kategorien. Dazu zählen Bierpreis, Rüscherl-Preis, Anzahl der Spielautomaten sowie die Zahl der Stammgäste. Die Auswahl basiert auf persönlichen Recherchen in verschiedenen Stadtteilen. Vergleichbare Einblicke in die Gastronomie liefert auch ein Überblick zur Biergarten-Vielfalt in München.
Schwabing, Lehel und verschwundene Kultstätten
München verlor in mehreren Vierteln prägende Lokale. Besonders betroffen ist Schwabing. Dort schlossen Kneipen wie das Jennerwein oder das Fendstüberl. Im Lehel verschwand mit dem Zwölferl die letzte klassische Viertel-Boazn.
Die Dichte an verbliebenen Kneipen unterscheidet sich deutlich zwischen den Stadtteilen. Diese Entwicklung ist seit mehreren Auflagen des Kartenspiels sichtbar. Sie betrifft nicht nur klassische Boazn, sondern auch studentisch geprägte Gegenden, in denen etwa Chips und Bier zeitweise eingeschränkt erhältlich waren.
Ursachen und wirtschaftliche Faktoren
Mehrere Gründe beschleunigen das Kneipensterben. Steigende Pachten belasten die Wirte. Gleichzeitig erhöhen sich die Mieten für die Kundschaft. Viele langjährige Stammgäste ziehen aus der Stadt weg, weil sie sich München nicht mehr leisten können.
Ein weiterer Faktor ist der fehlende Nachwuchs. Zahlreiche Betreiber finden keinen Nachfolger. Für viele junge Gastronomen ist der Betrieb einer Boazn wirtschaftlich unattraktiv. Einige Lokale sind bis zu 18 Stunden täglich geöffnet. Der Aufwand bleibt hoch.
Bei Dagmars Herbi und Bumsvoll-Bar
Trotzdem gibt es Fortsetzungen. Nach dem Tod der früheren Pächterin übernahm Herbi die Kneipe Bei Dagmars Herbi in der Implerstraße. Zuvor war sie unter dem Namen Bei Dagmar bekannt.
Ein weiteres Beispiel ist die Bumsvoll-Bar. Sie spricht ein jüngeres Publikum an und erfüllt dennoch die klassischen Kriterien einer Boazn. Solche Lokale zeigen, dass die Münchner Boazn-Kultur weiterhin existiert, wenn auch in veränderter Form.
Prüfe die Standorte der Pubs in München auf Google Maps:
Karte: Google Maps
Quelle: TZ, PATIZONET
FAQ
Was ist das Boazn-Quartett?
Das Boazn-Quartett ist ein Kartenspiel, das traditionelle Münchner Kneipen abbildet und diese anhand von neun festen Kategorien miteinander vergleicht.
Wer hat das Boazn-Quartett erfunden?
Das Kartenspiel wurde von Martin Emmerling erfunden, einem freiberuflichen Künstler, Kabarettisten und Autor aus München.
Wie viele Karten enthält die aktuelle Auflage?
Die fünfte Auflage des Boazn-Quartetts umfasst insgesamt 32 Karten.
Warum verschwinden immer mehr Boazn in München?
Gründe sind steigende Pachten, höhere Mieten für Gäste, der Wegzug von Stammgästen sowie fehlende Nachfolger für bestehende Kneipen.
Welche Stadtteile sind besonders betroffen?
Vor allem Schwabing und das Lehel haben in den vergangenen Jahren viele traditionelle Boazn verloren.
Gibt es noch neue Boazn in München?
Ja, Beispiele wie die Bumsvoll-Bar zeigen, dass neue Kneipen entstehen können, wenn sie die klassischen Kriterien einer Boazn erfüllen.