Inhaltsverzeichnis:
- Kioskbetreiber Shivan Beseh warnt vor Umsatzeinbußen
- Kreisverwaltungsreferat München verweist auf Gesetz
- Kritik von Anwohnern und Studenten
- Demonstration gegen das Verkaufsverbot
Kioskbetreiber Shivan Beseh warnt vor Umsatzeinbußen
Seit kurzem müssen Kioske ab 20.00 Uhr Chipstüten mit Rollos abdecken und ab 22.00 Uhr den Verkauf von Flaschenbier einstellen. Besonders hart trifft es Shivan Beseh. Er erklärt, dass seine Haupteinnahmen erst nach 22.00 Uhr beginnen, wenn andere Geschäfte bereits geschlossen haben. Nun fürchtet er um seine wirtschaftliche Existenz.
Auch Al Bezihi Nechirvan ist betroffen. Er deckt Chips pünktlich um 20.00 Uhr ab und stoppt zwei Stunden später den Verkauf von Bier. Nach eigener Aussage achtete er stets auf Sauberkeit und schickte Kunden direkt nach dem Einkauf weiter, um Nachbarschaftskonflikte zu vermeiden.
Kreisverwaltungsreferat München verweist auf Gesetz
Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) München erklärt, dass sich die Regelung aus dem bayerischen Ladenschlussgesetz ergibt. Dieses sieht grundsätzlich eine Schließung der Geschäfte um 20.00 Uhr vor. Nur Betreiber, die gleichzeitig eine Gaststätte führen, dürfen bestimmte Waren länger anbieten. Chips und Knabbereien zählen jedoch nicht dazu.
Die Behörde betont, dass mit der Abdeckung der Knabbersachen verhindert werden soll, dass Kunden in Versuchung geraten. Erste Kontrollen hätten nach Angaben des KVR positive Ergebnisse gebracht. Genannt werden:
- w eniger Lärm
- w eniger Müll
- w eniger alkoholbedingte Störungen
Allerdings fällt die Umsetzung in die bayerischen Semester- und Schulferien, die Anfang August begonnen haben.
Kritik von Anwohnern und Studenten
Die Maßnahmen stoßen in der Bevölkerung auf Ablehnung. Anwohner Stefan Mödl bezeichnet das zeitliche Limit für Chips und Bier als „totalen Quatsch“. Er argumentiert, dass das Univiertel seinen besonderen Charakter verliere.
Ein Student erklärt, dass Chips besser gegen den Hunger helfen als Süßigkeiten und besser zum Bier passen. Auch Ole Dietzmann kritisiert die Regelung. Seiner Meinung nach richtet sie sich nur an eine bestimmte Klientel alteingesessener Münchner. Er fordert mehr Rücksicht auf die jüngere Generation, die das Viertel belebe.
Demonstration gegen das Verkaufsverbot
Am Samstagabend versammelten sich rund 60 Personen zu einer Demonstration gegen das Verbot. Unter ihnen befanden sich mehrere Kioskbesitzer. Organisiert wurde der Protest von der Partei „Die Partei“.
In Bayern gibt es im Gegensatz zu anderen Bundesländern keine klassischen Spätverkaufsstellen. Auch das novellierte bayerische Ladenschlussgesetz lässt diese Betriebsform nicht zu. Damit bleiben die Kioske im Univiertel auch künftig an die strengen Vorgaben gebunden.
Quelle: TZ,www.24edu.info/de