Inhaltsverzeichnis:
- Spontane Demo vor Rathaus Höhenkirchen-Siegertsbrunn
- Genehmigung trotz sensibler Schutzgebiete
- Mehrheit im Gemeinderat für Ausbau der Windkraft
- Klimaschutz als zentrales Argument
Spontane Demo vor Rathaus Höhenkirchen-Siegertsbrunn
Kurz vor Beginn der Sitzung versammelten sich mehrere Dutzend Bürger zu einer unangekündigten Demonstration vor dem Rathaus. Sie protestierten gegen die kurzfristige Aufnahme des Genehmigungsantrags auf die Tagesordnung. Unter den Demonstrierenden befanden sich auch bekannte politische Akteure, darunter Bundestagsabgeordneter Gerold Otten und Kreisvorsitzende Christina Specht, beide von der AfD.
Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) verständigte die Polizei. Die Einsatzkräfte drohten zunächst mit einer Anzeige. Nach einem persönlichen Appell der Bürgermeisterin verzichteten sie darauf. Die Versammlung verlief friedlich, doch die Kritik an der Vorgehensweise der Gemeinde blieb bestehen.
Genehmigung trotz sensibler Schutzgebiete
Die Bürgerwind Höhenkirchner Forst GmbH & Co. KG hatte ursprünglich sechs Windräder geplant. Drei davon wurden nach einer erfolgreichen Klage von Gegnern gestoppt. Eine dieser Anlagen wurde vollständig aufgegeben, da ihr Standort in einem sensiblen Wasserschutzgebiet lag.
Aktuell liegt der Fokus auf fünf Windrädern: zwei genehmigten älteren und drei neuen. Der Gemeinderat erteilte nun grünes Licht für den Bau der zusätzlichen Anlagen. Die Entscheidung markiert einen weiteren Schritt zur Umsetzung kommunaler Energiewendeprojekte.
Mehrheit im Gemeinderat für Ausbau der Windkraft
Mit Ausnahme von drei CSU-Räten stimmte der gesamte Gemeinderat für den Bau der drei zusätzlichen Windräder. Roland Spingler, CSU-Fraktionschef, äußerte Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Projekts. Zudem verwies er auf die mögliche Ansiedlung eines Rotmilans in der Nähe der geplanten Flächen.
Gudrun Hackl-Stoll von den Grünen verteidigte das Projekt entschieden. Sie stellte die vergleichsweise geringen Risiken der Windkraft heraus. Ihrer Einschätzung nach könnten private Investoren wesentlich größere Windparks errichten, wenn die Gemeinde das Vorhaben nicht selbst umsetze.
Klimaschutz als zentrales Argument
Rupert Franke (SPD) betonte die Notwendigkeit, lokal Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen. Der SPD-Rat erinnerte an die Verpflichtung, konkrete Schritte gegen die Erderwärmung zu unternehmen. Auch Quirin Mayer von der CSU sprach sich für das Projekt aus – allerdings mit Blick auf die Energieversorgung nach dem Ausstieg aus Atomkraft, Kohle und Öl.
Am Ende war die Entscheidung eindeutig:
- 3 CSU-Räte stimmten dagegen
- Die Mehrheit stimmte für die Genehmigung
- Der Bau von insgesamt 5 Windkraftanlagen ist nun möglich
Damit wird im Höhenkirchner Forst ein regionales Energieprojekt umgesetzt, das trotz Widerständen politisch breit getragen wird. Die nächsten Schritte liegen nun bei den Projektverantwortlichen der Bürgerwind Höhenkirchner Forst GmbH & Co. KG.
Quelle: TZ, www.on-the-top.net/de/