Inhaltsverzeichnis:
- Miriam Worek digitalisiert Münchens dritte Orte
- Cafébar Mona und Getränkequelle bleiben erhalten
- Auch heutige und nie gebaute Orte werden dokumentiert
- Ziel: Ein offenes Gedächtnis für soziale Räume
Miriam Worek digitalisiert Münchens dritte Orte
Der Begriff „dritter Ort“ stammt vom US-amerikanischen Stadtforscher Ray Oldenburg. Er bezeichnet Orte, die weder Wohnung noch Arbeitsplatz sind, aber dennoch eine wichtige soziale Funktion erfüllen. Miriam Worek hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Plätze in München-Ost auf künstlerische Weise sichtbar zu machen. Dafür wurde ein Online-Archiv unter www.dritteortearchiv.com eingerichtet.
Zum Mitmachen lädt Worek an drei Abenden in die Stadtbibliothek Motorama ein:
- Dienstag, 22. Juli
- Montag, 28. Juli
- Dienstag, 12. August
Interessierte können ab dem 16. Juli einen Stadtforschungsrucksack mit 3D-Tablet und Mikrofon ausleihen. Damit lassen sich Orte erfassen und digitalisieren. Anmeldungen sind per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich.
Cafébar Mona und Getränkequelle bleiben erhalten
Einige besondere Orte hat Worek bereits dokumentiert. Dazu gehört die Cafébar Mona, die bis 2024 kulturelles Zentrum in der Monacensia-Bibliothek war. Sie wurde mit einer gescannten Wärmflasche symbolisch ins Archiv aufgenommen. Ebenso archiviert wurde der inzwischen geschlossene Laden „Getränkequelle“ in der Alpenstraße in Obergiesing.
Ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt den ursprünglichen Standort des Theaters Drehleier. Auch dieser ist nun Teil der Sammlung. Die Gegenstände, Töne und Bilder machen die Atmosphäre dieser Orte nachvollziehbar. Worek betont, dass es ihr um die Spuren gehe, die Menschen und Zeit an Dingen hinterlassen.
Auch heutige und nie gebaute Orte werden dokumentiert
Doch das Archiv blickt nicht nur zurück. Auch aktuelle Treffpunkte wie „Juliets Stüberl“ in Schwabing, das beliebte Freiluftschachbrett an der Münchner Freiheit und ein Copy-Shop in der Maxvorstadt sind bereits Teil der Sammlung. Sie stehen für Orte mit offener Atmosphäre und sozialem Austausch.
Ein besonderes Beispiel ist das nie realisierte Hotel Biss. Geplant war ein Ausbildungsprojekt im früheren Frauengefängnis Neudeck in der Au – heute stehen dort Luxuswohnungen. Das Archiv erinnert an die Idee mit einem Video. Darin spricht die Geschäftsführerin der Straßenzeitung „Biss“ vor Ort über das gescheiterte Vorhaben.
Ziel: Ein offenes Gedächtnis für soziale Räume
Miriam Worek versteht ihr Archiv als künstlerisches Gedächtnis Münchens. Es soll zeigen, wo Menschen freiwillig zusammenkommen, unabhängig von Konsum oder Verpflichtungen. Mit digitalen Scans, Tonaufnahmen und Videos entsteht ein wachsender Katalog. Orte, die sonst in Vergessenheit geraten würden, bleiben so erhalten – real und digital.
Quelle: Hallo München, www.patizonet.com/de/