Montag, 29 September 2025 13:43

Wiesn-Halbzeit und Gesundheit

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Starker Andrang und steigendes Erkältungsrisiko auf der Wiesn Starker Andrang und steigendes Erkältungsrisiko auf der Wiesn Pixabay/Foto illustrativ

Millionen Besucher feiern auf der Theresienwiese in München. Doch mit der guten Stimmung steigen auch die Risiken für Infekte. In den Festzelten herrscht eine warme, feuchte Luft. Kein Sonnenlicht gelangt hinein. Das fördert das Wachstum von Bakterien und Viren. Viele Besucher klagen über Heiserkeit oder erste Symptome einer Erkältung. Der Münchner Allgemeinarzt Markus Frühwein erklärt, wie man vorbeugt und welche Mittel im Krankheitsfall wirklich helfen.

Inhaltsverzeichnis:

Markus Frühwein warnt vor Viren im Festzelt

Die Bedingungen in den Zelten sind ideal für Krankheitserreger. Wärme, Feuchtigkeit und fehlende UV-Strahlen sorgen für eine schnelle Ausbreitung. Heiserkeit nach einer langen Nacht liegt nicht nur am Singen, sondern oft auch an Infekten. Wer weiterfeiern möchte, sollte einfache Schutzmaßnahmen beachten.

  • Hände regelmäßig waschen
  • Viel Wasser trinken
  • Mindestens 7 Stunden Schlaf vor dem Fest
  • Gesunde Mahlzeiten mit Vitaminen und Ballaststoffen
  • Gläser nicht verwechseln

Diese Punkte senken das Risiko, sich die sogenannte Wiesngrippe einzufangen.

Zink, Umckaloabo und klassische Hausmittel

Ruhe ist laut Markus Frühwein die wichtigste Therapie. Wer krank ist, sollte im Bett bleiben und den Körper nicht durch Arbeit zusätzlich belasten. Zink wirkt unterstützend bei Infekten. Empfohlen sind 60 bis 80 Milligramm täglich. Umckaloabo aus der Kapland-Pelargonie kann die Dauer einer Erkältung verkürzen, auch wenn die Daten größtenteils vom Hersteller stammen.

Hilfreich sind außerdem:

  1. Schleimlöser und Hustenblocker für besseren Schlaf
  2. Nasenspray für kurze Zeit, um die Schleimhäute abzuschwellen
  3. Gurgeln und Inhalieren mit Salbei- oder Kamillenextrakt
  4. Wadenwickel zur Fiebersenkung
  5. Ätherische Öle in Erkältungsbädern oder Tigerbalm
  6. Eine Hühner- oder Gemüsesuppe für Flüssigkeit und Nährstoffe

Das Erkältungsbad darf nicht heißer als 39 Grad sein, um den Kreislauf nicht zu belasten.

Kurkuma, Propolis und Gelee Royal ohne Wirkung

Nicht alle Mittel helfen. Kurkuma hat laut Studien keine nachgewiesene Wirkung gegen Infekte. Im Gegenteil, eine Überdosierung kann Leber und Nieren schädigen. Gleiches gilt für Propolis und Gelee Royal. Beide sind teuer und bieten keine belegte Heilwirkung. Zusätzlich besteht das Risiko allergischer Reaktionen.

Auch Antibiotika sind in diesem Zusammenhang ungeeignet. Erkältungen und Grippe werden durch Viren verursacht, nicht durch Bakterien. Ein Einsatz von Antibiotika bleibt deshalb wirkungslos.

Schutz und Erholung vor dem Endspurt

Die zweite Hälfte der Wiesn ist für viele Besucher eine Herausforderung. Wer gesund bleiben will, setzt auf Schlaf, Ernährung und Hygiene. Wer krank wird, sollte sich erholen, Zink nutzen und klassische Hausmittel einsetzen. So steigt die Chance, rechtzeitig zum Endspurt wieder fit zu sein.

Quelle: TZ, www.welt.sn2world.com