Dienstag, 24 Februar 2026 15:55

Ehevertrag und Vermögen

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Ehevertrag regelt Vermögen, Unterhalt und Rentenansprüche im Scheidungsfall. Ehevertrag regelt Vermögen, Unterhalt und Rentenansprüche im Scheidungsfall. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Eine Hochzeit gilt als emotionaler Höhepunkt. Gleichzeitig entsteht ein rechtlicher Rahmen. Mit der Eheschließung greifen verbindliche Vorschriften. Das Versprechen zur ewigen Liebe ist immer auch ein rechtlicher Vertrag, wenn sich ein Paar für die Hochzeit entscheidet. Wer andere Lösungen wünscht, muss sie ausdrücklich festlegen. Andernfalls gilt das Gesetz. In Deutschland regelt das Bürgerliche Gesetzbuch zentrale Folgen der Ehe. Dazu zählen Vermögen, Unterhalt und Rentenansprüche. Abweichungen sind möglich. Sie erfordern jedoch eine klare Vereinbarung.

Inhaltsverzeichnis

Dr. Doris Kloster-Harz und das Bürgerliche Gesetzbuch

Die Münchner Fachanwältin Doris Kloster-Harz berät seit vielen Jahren Mandanten im Erb- und Familienrecht. Sie hat Tausende Fälle begleitet. Manche Mandanten kamen glücklich. Andere suchten Unterstützung bei einer Scheidung.

Sie weist darauf hin, dass die Ehe rechtlich als Vertrag ausgestaltet ist und die gesetzlichen Regeln automatisch greifen. Maßgeblich ist das Bürgerliche Gesetzbuch. Es bestimmt, wie Vermögen aufgeteilt wird. Es regelt Unterhalt. Es ordnet den Versorgungsausgleich.

Wer davon abweichen möchte, muss dies ausdrücklich vereinbaren. Ohne individuelle Regelung gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Dieser sieht einen hälftigen Ausgleich der während der Ehe erzielten Vermögenszuwächse vor.

München und steigende Immobilienwerte

Gerade in München spielt der Wert von Immobilien eine zentrale Rolle. Wohnungen und Häuser, die vor 20 oder 30 Jahren gekauft wurden, haben heute oft ein Vielfaches an Marktwert. Diese Steigerung fließt in den Zugewinnausgleich ein.

Weitere Entwicklungen rund um den Münchner Wohnungsmarkt zeigen, wie stark Preise in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Das betrifft Eigentumswohnungen ebenso wie Einfamilienhäuser.

Der gesetzliche Zugewinnausgleich teilt die Wertsteigerung hälftig – unabhängig davon, wer das Vermögen eingebracht oder finanziert hat. Das betrifft auch Immobilien, die nur einer Person gehörten. Im Scheidungsfall kann das erhebliche Summen betreffen.

In bestimmten Konstellationen kann dies dazu führen, dass ein Haus verkauft werden muss. Das geschieht selbst dann, wenn sich an der Nutzung im Alltag nichts geändert hat. Die gesetzliche Regelung berücksichtigt allein die rechnerische Vermögensentwicklung.

Ehevertrag und notarielle Beurkundung

Ein Ehevertrag eröffnet Spielräume. Er ermöglicht individuelle Lösungen. Dazu gehören

  • Gütertrennung
  • feste Ausgleichszahlungen
  • angepasste Unterhaltsregelungen
  • abweichende Regelungen zum Versorgungsausgleich

Auch die Teilung von Rentenansprüchen kann anders gestaltet werden. Entwicklungen zur Rentenentwicklung verdeutlichen, wie bedeutend Altersvorsorge im Trennungsfall ist.

Damit solche Vereinbarungen wirksam sind, schreibt der Gesetzgeber die notarielle Beurkundung vor. Nur ein notariell beurkundeter Vertrag ist rechtsgültig. Verträge, die eine Partei unangemessen benachteiligen, halten einer gerichtlichen Prüfung nicht stand.

Ein Ehevertrag dient der rechtlichen Vorsorge. Er schafft klare Regeln. Besonders in einer wachsenden Stadt wie München als Familienstandort kann er finanzielle Risiken bei Vermögen, Immobilien oder unterschiedlichen Lebensentwürfen begrenzen.

FAQ

Ist eine Ehe automatisch ein rechtlicher Vertrag?

Ja. Mit der Eheschließung entsteht ein rechtlich geregeltes Vertragsverhältnis, dessen Folgen im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt sind.

Was regelt das Bürgerliche Gesetzbuch im Scheidungsfall?

Es bestimmt unter anderem die Aufteilung des Vermögens, Unterhaltsansprüche sowie den Versorgungsausgleich bei Rentenanwartschaften.

Was bedeutet Zugewinnausgleich konkret?

Der während der Ehe erzielte Vermögenszuwachs wird grundsätzlich hälftig zwischen beiden Ehepartnern geteilt, unabhängig davon, wer das Vermögen eingebracht oder finanziert hat.

Warum spielt München bei Immobilien eine besondere Rolle?

In München haben Immobilien, die vor Jahrzehnten gekauft wurden, heute oft ein Vielfaches ihres ursprünglichen Wertes, was im Scheidungsfall zu hohen Ausgleichszahlungen führen kann.

Welche Möglichkeiten bietet ein Ehevertrag?

Er ermöglicht individuelle Regelungen wie Gütertrennung, feste Ausgleichszahlungen, angepasste Unterhaltsregelungen oder abweichende Vereinbarungen zum Versorgungsausgleich.

Ist eine notarielle Beurkundung erforderlich?

Ja. Ein Ehevertrag ist nur wirksam, wenn er notariell beurkundet wird.

Sind alle Eheverträge vor Gericht wirksam?

Nein. Vereinbarungen, die eine Partei unangemessen benachteiligen, halten einer gerichtlichen Überprüfung nicht stand.

Quelle: TZ, MILEKCORP