Montag, 26 Januar 2026 14:50

Mega-Sperre in Bayern

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Monatelange Sperrung der Strecke Nürnberg–Regensburg ab Februar 2026. Monatelange Sperrung der Strecke Nürnberg–Regensburg ab Februar 2026. Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Der Bahnverkehr in Bayern steht 2026 vor einer der größten Einschränkungen der vergangenen Jahre. Eine zentrale Verbindung wird für mehrere Monate vollständig gesperrt. Betroffen sind Fern-, Regional- und Güterverkehre. Reisende müssen sich auf lange Umwege, Ausfälle und deutlich längere Fahrzeiten einstellen.

Inhaltsverzeichnis

Generalsanierung Nürnberg Regensburg

Die Deutsche Bahn kündigt eine vollständige Sperrung der Strecke Nürnberg–Regensburg an. Die Unterbrechung beginnt am 6. Februar 2026 um 21.00 Uhr und endet am 14. Juni 2026 um 0.00 Uhr. Der Abschnitt ist 88 Kilometer lang und zählt zu den meistbefahrenen Bahnverbindungen in Bayern. Während der Bauphase ruht der gesamte Zugverkehr auf dieser Strecke. Vergleichbare Auswirkungen zeigten frühere Infrastrukturmaßnahmen wie der Baufahrplan 2026 im Münchner Osten.

Im Mittelpunkt stehen umfangreiche Arbeiten an der Infrastruktur. Die DB Fernverkehr AG nennt konkrete Zahlen. Über 80 Kilometer Gleise, rund 40 Weichen und etwa 90 Kilometer Oberleitungen werden erneuert. Ziel ist eine langfristige Stabilisierung der Strecke und eine höhere Betriebsqualität.

Bahnhöfe Feucht Regensburg Prüfening

Parallel zur Streckensanierung modernisiert die Bahn sämtliche Stationen entlang der Linie. Alle 20 Bahnhöfe zwischen Feucht und Regensburg-Prüfening werden umgebaut. Zusätzlich erfolgen Arbeiten an einem Bahndamm bei Deining sowie an einer Brücke bei Burgthann. Diese Maßnahmen erfordern eine durchgehende Sperre ohne Teilbetrieb.

Die Auswirkungen betreffen zentrale Knoten des bayerischen Netzes. Regensburg Hauptbahnhof, Straubing, Plattling und Passau sind nur eingeschränkt erreichbar. Als Ersatzhalte dienen Ingolstadt Hauptbahnhof und Landshut. Dadurch verändern sich zahlreiche Fern- und Regionalverbindungen dauerhaft für mehrere Monate, ähnlich wie bei einer neuen Direktverbindung mit geänderter Streckenführung.

Verkehrsachse Rhein Donau

Die gesperrte Strecke ist Teil der europäischen Verkehrsachse Rhein-Donau. Sie verbindet Süddeutschland mit Österreich. Direkte Fernverkehrsverbindungen zwischen Nürnberg und Wien bleiben über Ingolstadt, Regensburg und Passau bestehen. Dennoch verlängert sich die Reisezeit zwischen Nürnberg und Österreich im Durchschnitt um rund 60 Minuten.

Zwischen München und Wien fährt der Fernverkehr im Zweistundentakt über Salzburg. Zusätzlich verkehrt ein weiteres Zugpaar über Landshut und Regensburg. Auch der innerbayerische Verkehr ist betroffen. ICE-Züge zwischen Nürnberg und München benötigen bis zu 15 Minuten länger. Grund ist die notwendige Geschwindigkeitsharmonisierung auf Umleitungsstrecken, wie sie auch bei Fällen von Vandalismus im ICE zu betrieblichen Anpassungen führte.

Ersatzverkehr RE22 RE50 RB51

Im Regionalverkehr entfallen mehrere Linien vollständig. Betroffen sind S3, RE22, RE50 und RB51. Die Deutsche Bahn richtet einen umfassenden Ersatzverkehr mit Bussen ein. Diese halten an allen Bahnhöfen der jeweiligen Linien und verkehren mehrmals pro Stunde.

Ergänzend kommen Expressbusse über Autobahnen zum Einsatz. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft benennt die Linie RE40 als Schienenalternative zwischen Nürnberg, Schwandorf und Regensburg. Die Fahrzeit beträgt etwa 1 Stunde und 40 Minuten. Die Züge fahren mit zwei bis drei Fahrzeugen, um mehr Kapazität bereitzustellen.

Durch die Umleitung des Güterverkehrs entstehen weitere Einschränkungen. Nach Angaben der BEG wird der Verkehr auf den Linien RE3, RB17 und RE18 ausgedünnt. Auch im Raum Augsburg sowie auf der Linie RE1 zwischen München und Ingolstadt sind Einschränkungen zu erwarten. Reisende müssen sich dort ebenfalls auf Busse und längere Reisezeiten einstellen.

FAQ

Wann ist die Strecke Nürnberg–Regensburg gesperrt?

Die vollständige Sperrung beginnt am 6. Februar 2026 um 21.00 Uhr und endet am 14. Juni 2026 um 0.00 Uhr.

Warum wird die Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg gesperrt?

Grund ist eine Generalsanierung, bei der unter anderem über 80 Kilometer Gleise, rund 40 Weichen und etwa 90 Kilometer Oberleitungen erneuert werden.

Welche Bahnhöfe sind von den Bauarbeiten betroffen?

Alle 20 Bahnhöfe zwischen Feucht und Regensburg-Prüfening werden modernisiert, zusätzlich gibt es Bauarbeiten bei Deining und Burgthann.

Welche Auswirkungen hat die Sperrung auf den Fernverkehr?

Fernverkehrszüge werden umgeleitet, die Fahrzeit zwischen Nürnberg und Österreich verlängert sich im Durchschnitt um rund 60 Minuten, ICE-Züge zwischen Nürnberg und München benötigen bis zu 15 Minuten länger.

Gibt es während der Sperrung einen Ersatzverkehr?

Ja, für die Linien S3, RE22, RE50 und RB51 wird ein umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, ergänzt durch Expressbusse und alternative Zugverbindungen.

Quelle: MERKUR, SN2 WORLD